Wildberg fiebert seinem großen Heimat- und Brauchtumsfest entgegen: Alle zwei Jahre verwandelt sich die Stadt während des Schäferlaufs in eine lebendige Bühne voller Geschichte, Brauchtum und Gemeinschaft. Den feierlichen Auftakt bildet dabei seit Jahrzehnten das bekannte Festspiel „Der Klosterschäfer und des Teufels Puppenspieler“, auf das sich Mitwirkende wie Publikum gleichermaßen freuen.

Bereits seit Januar laufen die Vorbereitungen der Wildberger Festspielgruppe. Nach den ersten Treffen zur Besetzung folgten bald intensive Einzelproben, insbesondere für neue Darsteller, die sich in ihre Rollen einarbeiten. Inzwischen ist das Ensemble mitten im Probenprozess angekommen: Regelmäßig trifft man sich – meist freitags oder samstags – in der Stadthalle, etwa im Zwei-Wochen-Rhythmus, um gemeinsam an Szenen, Abläufen und Feinheiten zu arbeiten.

Die Stimmung während der Proben ist konzentriert, aber zugleich von großer Begeisterung geprägt. Texte werden gelernt, Szenen einstudiert und gemeinsam weiterentwickelt. Unter der Leitung von Regisseurin Lea Ammertal wächst das Ensemble Stück für Stück zusammen. Erfahrene Spieler unterstützen dabei die Neulinge, geben Tipps und sorgen für ein gutes Miteinander. Auch Flexibilität gehört zum Probenalltag: Wenn jemand fehlt, übernimmt kurzerhand ein anderes Ensemblemitglied die Rolle.

Übrigens ist und bleibt die Festspielgruppe offen für neue Gesichter. Wer Freude am Theater hat, ist herzlich eingeladen, Teil dieses besonderen Projekts zu werden – ob jung oder alt, mit oder ohne Bühnenerfahrung. Denn eines ist sicher: Der Schäferlauf lebt von den Menschen, die ihn mit Leidenschaft gestalten.

 

Neu mit dabei

In diesem Jahr sind einige Darsteller neu mit dabei: Lara Kramer, die bereits als Gassenkind aktiv war, übernimmt nun die Rolle der Agnes. Mandy Dieke steht – nach ihrem Debüt in der Hauzichgesellschaft – nun als Bärenwirtin Ursula Beer mit auf der Bühne. Ebenfalls neu sind Marissa Keller als Priorin sowie Swen Hilprecht in der Rolle des Stadtphysikus. Ilja Mogler, früher Gassenbube, kehrt als Stoffele zurück. Andreas Beckel verstärkt das Ensemble als Seph, und mit Sonelly Wörner und Emilia Rosetti stehen auch zwei neue Gesichter als Gassenmädchen auf der Bühne.

Termine der Aufführungen

Am Freitag, 17. Juli, läutet die Aufführung des Festspiels den Wildberger Schäferlauf ein. An diesem Abend öffnet die Stadthalle ihre Türen bereits um 18 Uhr. Die Stadtkapelle Wildberg wird zunächst musikalisch gute Stimmung verbreiten, dann geht der Vorhang auf. Am Samstag, 18. Juli, beginnt die Vorführung um 18 Uhr. Der Gesangverein Eintracht Effringen übernimmt an beiden Abenden die Bewirtung.

Karten für die Aufführungen des Festspiels gibt es für 14 Euro (Einzelkarten) beziehungsweise für 20 Euro (Familienkarten). Wer das Festspiel nicht verpassen möchte, kann sich im Vorverkauf ab 18. Mai im Rathaus Wildberg Karten kaufen.

 

Darum geht es in dem Stück

„Der Klosterschäfer und des Teufels Puppenspieler“ stammt aus der Feder von Ehrenbürger Eugen Memminger und wird seit 1954 zu jedem Wildberger Schäferlauf aufgeführt. Die Geschichte vom Wildberger Klosterschäfer, der sich selbst treu geblieben ist, und vom entwurzelten Geiger, der zu des Teufels Puppenspieler wird und schließlich selbst in den Fäden des teuflischen Spiels hängen bleibt, beleuchtet die Abgründe des menschlichen Herzens. Das Gute und das Schlechte liegen nahe beieinander. Das Festspiel mit seinen zahlreichen Gestalten und Erinnerungen an die heimatliche Sage und Überlieferung hat nicht nur äußerlich eine enge Bindung zur Heimat. Mit seiner Fragestellung nach dem Sinn des Lebens wird es zum Spiegel des großen Welttheaters auf dem Schauplatz der Heimat. 

Eugen Memminger wurde am 5. Januar 1892 in Wildberg geboren. Er besuchte bis 1910 das Lehrerseminar Nagold. Von 1919 bis 1945 war er Lehrer, nahm nach 1945 einen verantwortungsvollen Sonderauftrag im Kultusministerium wahr und beschloss seine berufliche Laufbahn als Rektor an der Lerchenrainschule in Stuttgart. Er verstarb am 1. Juli 1987 und ist in seiner Heimatstadt beigesetzt.