Zum Wildberger Schäferlauf gehört unbedingt die Präsentation des Hütens von Schafen mit ausgebildeten Hütehunden. Normalerweise findet hierfür das Leistungsshüten des Landesschafzuchtverbandes am Samstagmorgen auf dem Sulzer Eck statt. Aufgrund von Hitze und Trockenheit musste hier jedoch kurzfristig umgeplant werden.
Wegen der ungünstigen Witterung lässt die Vegetation in der Umgebung zu wünschen übrig. Für die Schafe bedeutet das, dass sie nur wenig Futter am Sulzer Eck vorfinden. Für den ersten Teilnehmer des Leistungshütens wäre das vielleicht noch kein Problem, für die folgenden jedoch schon. Denn beim Hüten bleiben die Tiere auch mal stehen, fressen, kommen zur Ruhe und der Hütehund hat die Gelegenheit, die Herde zusammenzuhalten und „in Form“ zu bringen – beispielsweise, um die Schafe durch das enge Gehüt zu führen. Wenn die Tiere jedoch kein Futter am Boden finden, sagt ihnen ihr Instinkt, dass sie weiterlaufen und woanders Gras suchen sollen. Dadurch wären die Teilnehmer des Leistungshütens, die später am Vormittag an der Reihe wären, deutlich im Nachteil.
Außerdem werden für das Leistungshüten Linien und Grenzmarkierungen in das Gras gemäht. An ihnen orientiert sich vor allem der Hütehund. Leider ist gar nicht genug Bewuchs vorhanden, als dass abgemähte Streifen erkennbar wären.
Da bei diesen Bedingungen kein fairer Wettbewerb möglich wäre, hat der Landesschafzuchtverband in Abstimmung mit der Stadt entschieden, anstelle eines Leistungshütens ein Schauhüten zu veranstalten. Interessierte dürfen sich also wie gewohnt auf eine Präsentation traditioneller Hütekunst am Sulzer Eck freuen. Das Organisationsteam entwickelt zudem gerade noch ein ergänzendes Programm, welches den Besuch am Sulzer Eck genauso lohnend machen wird wie in Vorjahren.
Der restliche Wildberger Schäferlauf ist von diesem „Futterproblem“ nicht betroffen.